Für jeden Unternehmer lohnt es sich zu ermitteln ob sein oder ihr Business rentabel ist. Dies kannst Du mit einer ganz einfachen Formel herausfinden. Du errechnest praktisch, wieviel Umsatz Du in einer bestimmten Wirtschaftsperiode (Monat/Jahr) machst und welche Kosten in dieser Zeit anfallen.

Bedenke, dass Dein Gewinn gleichzeitig Dein „Unternehmer Lohn ist“ denn Du arbeitest schließlich nicht umsonst. Hast Du in Deinem Umsatz Deinen Unternehmer Lohn mit berücksichtig oder möchtest Du Dich mit dem Gewinn bezahlen?

Falls Dein Gewinn zu niedrig ist, solltest Du überlegen, wie Du Deinen Umsatz erhöhen kannst, bzw. Deine Kosten minimieren könntest.

Ist Dein Gewinn sehr hoch, kannst Du ihn für größere Anschaffungen (Investitionen) wieder steuerbegünstigt abschreiben. Ein neuer Firmen PC hat beispielsweise eine AfA (Abschreibung) von 3 Jahren zu 33,34 Prozent pro Jahr. Nach den drei Jahren scheidet er aus dem Unternehmen aus.

Marge: Erklärung

Die Marge als eine der wichtigsten „Key Performance Indicators“ (KPI`s) gibt an, wie wirtschaftlich rentabel Dein Unternehmen arbeitet. Hast Du eine zu hohe Marge, giltst Du als zu teuer und bist somit nicht konkurrenzfähig, da Deine Konkurrenten ein ähnliches Produkt zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Ist Deine Marge zu niedrig kalkuliert, verbuchst Du Verluste. Nimm Dir deshalb ausführlich Zeit, Deine Marge korrekt und realistisch zu kalkulieren.

Filigrane Unterschiede zwischen Gewinn und Marge

Die Marge (franz. Spielraum/Abstand) zeichnet die Differenz zwischen dem Einkaufs- und Verkaufspreis auf.

Beispiel:

Du erwirbst an einer Vinyl-Schallplattenbörse eine total wertvolle Plattensammlung zum Spottpreis um 1.000 Euro. Die Sammlung ist laut Deiner Schätzung jedoch an die 3.000 Euro wert. Du stellst Deine Plattensammlung auf Discogs um 3.500 rein und verkaufst sie auch erfolgreich. Somit beträgt Deine Marge 2.500 Euro, da Du 2.500 Euro auf den Einkaufspreis draufgeschlagen hast. Diese 2.500 Euro dienen Dir zur Deckung Deiner Fixkosten (Lagerraum oder Miete Deiner Wohnung, denn die Sammlung muss bis zum Verkaufszeitpunkt sorgfältig aufbewahrt, auf Kratzer und Schäden überprüft werden und gelagert werden). Die Marge ist jedenfalls nicht mit Deinem Gewinn gleichzusetzen. Die Marge ebnet die Grundlage, um einen Gewinn erzielen zu können. Du kannst statt Marge auch „Preisspanne und Rohgewinn“ darunter verstehen. Im Handel nennt man die Marge übrigens „Handelsspanne“. Achte darauf, Deine Produkte nie zum reinen Selbstkostenpreis zu verkaufen. Der Selbstkostenpreis beschreibt sämtliche Kosten, die während der Produktion, der Verwaltung und der Vermarktung & Vertrieb für Dein Produkt oder Deine Dienstleistung anfallen. Willst Du Gewinn erzielen, darfst Du nicht zur Preisuntergrenze (Selbstkostenpreis) wirtschaften.

Bruttomarge, Nettomarge und operative Marge – StartMyBusiness erklärt es Dir

  1. Bruttomarge

Die Bruttomarge wird prozentuell angegeben und setzt Deinen Rohgewinn ins Verhältnis zu Deinem Einkaufspreis. Nehmen wir das Beispiel Deiner Plattensammlung, setzt sich die Rechnung wie folgt zusammen:

 

 

Bruttomarge = Verkaufspreis – Selbstkosten / Verkaufspreis x 100

Bruttomarge Plattensammlung = 3.500 – 1.000 / 3.500 x 100 = 72 %

 

Glückwunsch! Du hast Deine Plattensammlung um bis zu 72 Prozent günstiger erworben und sie mit einer satten Marge weiterverkauft!

 

Tipp:

Die Marge einheitlich zu berechnen ist branchenübergreifend leider nicht möglich, da ein Automobilkonzern viel mehr Selbstkosten hat als eine Softwarefirma.

 

 

  1. Nettomarge

Bei der Nettomarge kommen noch zusätzliche Faktoren mit ins Spiel. Anhand des Beispiels mit der Plattensammlung hast Du vermutlich Deine Plattensammlung vor dem Verkauf noch von Staub entfernt und spezielle Präparate und Tücher dafür verwendet. Womöglich hast Du auch noch in jede Platte reingehört und Kosten für die Abnützung des Plattenspielers, sowie Stromkosten aufwenden müssen. Pi mal Daumen hast Du also noch rund 50 Euro extra in die Plattensammlung investieren müssen. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

 

Nettomarge = Verkaufspreis – (Selbstkosten + weitere Kosten) / Verkaufspreis x 100

Bruttomarge Plattensammlung = 3.500 – (1.000 + 50) / 3.500 x 100 = 70%

 

Als Nettomarge hast Du somit 70 Prozent (Return on Sales oder „ROS“. Bei der Nettomarge werden auch Steuern und Zinsen miteinberechnet.

 

 

 

 

  1. Operative Marge

Die operative Marge erlaubt Dir den Vergleich zwischen Unternehmen, Zweigniederlassungen und unterschiedlichen Ländern. Dies, weil die Zins- und Steuersätze nicht berücksichtigt werden. Man versteht darunter auch EBIT, also „Earnings before Interest and Taxes“!

Wie werden die Personalkosten eigentlich miteinbezogen

Benötigst Du für den Vertrieb Deines Online-Plattenshops auf Discogs einige Mitarbeiter, die auf Plattenbörsen nach Schnäppchen Ausschau halten und die Vinyl-Platten auf Defekte überprüfen und abhören? Es ist zu unterscheiden, ob sie Festangestellte sind, die Personalkosten also als Fixkosten gelten oder ob Du Dich sogenannten „Freelancern“ bedienst, die auf eigene Rechnung arbeiten. Sind Deine Mitarbeiter „Festangestellte“, werden sie nicht in die Bruttomarge aufgenommen. Arbeiten sie hingegen auf eigene Rechnung als „Freelancer“, nimmst Du diese Ausgaben in die Bruttomarge mit auf.

Einkaufspreis und Stückzahlen – bitte beachte diesen Punkt besonders

Es ist uns allen klar, dass ein Jungunternehmer (m/w) in der Startphase mit der Konkurrenz zu kämpfen hat und marktfähig werden muss. Die alteingesessenen, etablierten Unternehmen haben klare Vorteile. Sie beziehen die Wahre in Stückzahlen und können auf einen konstanten Kundenstamm vertrauen und damit in höheren Stückzahlen einkaufen und somit die Einkaufspreise Durch Mengenrabatt reduzieren. Dies führt konsequent zu einer höheren Marge. Gerade Discounter nutzen diesen Vorteil für sich (Aldi-Prinzip). Wenn Du Dein Unternehmen gründest, behalte diese Info auf dem Schirm.

Unser Fazit:

Wie Du gelesen hast, unterscheidet die Wirtschaft zwischen „Bruttomarge“, „Nettomarge“ und „operativer Marge“. Bei jeder Berechnung fließen andere Parameter mit ein. Ohne die Berechnung der Marge geht es in der heutigen Zeit von Konkurrenz und Wettbewerb kaum noch. Nimm Dir bitte diese Zeit!